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Nachgeholt: Gespräch mit dem Minister

Im Gespräch am 17.01.2019 mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne konnten wir viele Themen ansprechen. Das Gespräch haben wir im Nachgang protokolliert und für die EuW zusammengefasst.

04.04.2019

 

Nachdem der Minister Ende Oktober letzten Jahres seine Teilnahme bei unserer Fachgruppen-LDK in Jeddingen kurzfristig abgesagt hatte, machte sich Unmut, aber auch Bedauern breit. Hier hätte er mit denjenigen ins Gespräch kommen können, die tagtäglich – unter nicht immer einfachen Vorzeichen – die Schulen bei der Umsetzung bildungspolitischer Vorhaben unterstützen, sei es im NLQ oder in der NLSchB; als Berater/innen, RZI-Leiter/innen, schulfachliche Dezernent/innen, als Seminarleiter/innen an den Studienseminaren oder Kollegen/innen in anderen Tätigkeitsfeldern. So haben wir in Jeddingen viele Dinge besprochen, die uns in unserer Arbeit wichtig sind und die wir mit dem Kultusminister zu erörtern hofften.

Um unsere Anliegen dennoch an den Mann bzw. den Minister zu bringen, haben wir Herrn Tonne um ein Gespräch gebeten. Dieses hat am 17. Januar 2019 dann auch stattgefunden. Mit den Kolleginnen und Kollegen des FG-Vorstandes Ulrike Rehn, Diana Szallies, Andreas Schaefer, Falk Beckhausen und Bernd Schäfer-Witte waren vielfältige der von uns in der GEW vertretenen Professionen aus den Behörden dabei.

Die in Jeddingen vorbereiteten Themen haben wir mit dem Minister erörtern können. Dazu gehörte zuallererst das weitere Vorgehen zur durchgeführten Organisationsuntersuchung zur „Verbesserung der Steuerung der NLSchB durch das MK im Hinblick auf eine Neuausrichtung der NLSchB“. Der Minister verwies ausdrücklich darauf, dass es bei der Untersuchung nicht um den Abbau von Stellen in der Behörde geht. Genaueres zum weiteren Vorgehen könne er erst zum Ende des 1. Quartals sagen, wenn die Bewertung des Prüfberichtes durch das MK abgeschlossen ist. Gleichwohl haben wir das BuU-System der NLSchB angesprochen. Dabei ging es uns nicht um das Online-Portal der NLSchB, sondern um die systemische Einbettung aller Berater/innengruppen in die behördlichen Strukturen. Wie schon mehrfach in unserer Fachgruppe diskutiert, muss aus unserer Sicht auf Grundlage einer Aufgabenkritik die Steuerung der Berater/innen deutlich aufgewertet, systematisiert und nachhaltig auch vom MK aus erfolgen. Beratung und Aufsicht müssen sich in ihrer Wirkung aufeinander abstimmen und regional erreichbar sein. Alles in allem brauchen wir wohl noch Geduld, was erste Umsetzungsschritte resultierend aus der Orga-Untersuchung in der NLSchB angeht.

 

Viel Geduld hatten in den letzten Jahren auch die Lehrkräfte, die an den Studienseminaren GHRS und Sonderpädagogik für unseren Lehrkräftenachwuchs in der zweiten Ausbildungsphase sorgen. Für ihre Tätigkeit als Seminarleiter/innen erhalten sie eine Zulage, die nur für einen Teil der Kollegen/innen auch pensionswirksam ist. Hierzu haben wir mit dem Minister die Möglichkeit einer stufenweisen Einführung von höherwertigen Stellen angesprochen, wie sie im Bereich der Studienseminare für das gymnasiale Lehramt und die Studienseminare für die berufsbildenden Schulen schon lange Gang und Gäbe sind. Der Minister verwies darauf, dass eine Erhöhung der Zulage zwar für den Haushaltsentwurf 2019

 

eingebracht wurde, dieses aber keine Berücksichtigung fand. Inwieweit diese Baustelle in der MK-Arbeitsgruppe zur Prüfung der Besoldungsstrukturen eine Rolle spielt, konnte er nicht sagen. Ein Anfang für eine Wertschätzung der Arbeit wäre zumindest die Pensionswirksamkeit der Zulage. Ansonsten machen wir uns große Sorgen was die Ausbildung insbesondere im GHR-Bereich angeht, wenn die Anerkennung für Fach- oder Pädagogikseminarleiter/innen auf der Strecke bleibt.

Ein weiterer Besprechungspunkt war das noch fehlende Konzept für den direkten Quereinstieg. Hier konnte Herr Tonne auf die MK-Arbeitsgruppe verweisen, die mittlerweile einen ersten Entwurf des Konzeptes im Rahmen des EiSchu-Forums vorgelegt hat.

Einigkeit bestand bei der Notwendigkeit die veränderten Anforderungen an die Lehrerausbildung an den Universitäten und in der zweiten Ausbildungsphase in Angriff zu nehmen. Bei den Erzieher/innen soll laut Minister die qualitative Weiterentwicklung der Ausbildung vorangetrieben werden. Dies sei auf dem Weg.

Last but not least standen unsere eigenen Arbeitsbedingungen auf der Gesprächs- Agenda. In allen Behörden gibt es eine angespannte Personalsituation durch hohe Arbeitsdichte und vakante Stellen (Pension/ Krankheit/ Fluktuation), aber auch durch veraltete Fachanwendungen und fehlende IT-Unterstützung. Hinzu kommen in fast allen Bereichen immer wieder wichtige neue Aufgaben. Um unsere Schulen und Studienseminare zeitnah, verlässlich und nachhaltig in ihrer Arbeit zu unterstützen braucht es weiterhin motivierte, engagierte Kolleginnen und Kollegen in der Schulverwaltung, der Aufsicht, der Beratung, der Aus- und Fortbildung und der Inspektion.

Wir werden mit Ihnen im Gespräch bleiben, Herr Minister – vielleicht klappt es ja in diesem Jahr mit einem Austausch in Jeddingen (am 12./13. November).

Ulrike Rehn für die FG Schulbehörden

Gesprächsprotokoll (PDF)

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